Schreiben, kreativ

7. Dezember 2014

Kursangebot ab 26. Januar 2015 in Berlin

Ob „reine Unterhaltung“ oder „große Dichtung“, die Grundbedingungen des fiktiven Erzählens, also die Herstellung ausgestalteter Geschichten jenseits der alltäglichen Bloggerei, sind vielfältig.

Von der Ideenfindung über die Konzeption bis hin zu Ausgestaltung und anderen Feinheiten, gearbeitet wird immer unter Einsatz von Gemüt und Verstand. Und natürlich mit der ganz eigenen Sicht auf die Dinge, die es zu vermitteln gilt.

Dazu kommt handwerkliches Wissen und Geschick, das sich aber (größtenteils) lernen lässt.

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Nahezu unverzichtbar ist die Arbeit am Text und damit verbunden der Austausch mit anderen, die sich auf ähnlichen Wegen befinden. Und das am besten in jeder einzelnen Phase der Reise – beim Schreiben und Lesen, beim Vorlesen und Hinhören, nicht zuletzt beim Erkennen und Benennen der differierenden Absichten und Erfahrungen innerhalb ein und desselben Textes.

Konkret werden die entstandenen Arbeiten in der Gruppe besprochen, die durchaus unterschiedlichen Wahrnehmungen und Reflektionen ausgetauscht und die sich auftuenden Möglichkeiten ausgelotet.

Dazu kommen Tipps, Angerungen und individuelle Beratung, je nach Bedarf auch kurze Aufgabenstellungen oder Übungen zu bestimmten Themen handwerklicher wie inhaltlicher Natur.

Alles andere wird sich finden, denn:

Worte an sich sind nichts!

 

Termine: Ab Montag, den 26. Januar, 14-tägig, insgesamt 10 Abende, 20 – 21.30 Uhr, ausgespart wird der Ostermontag. (Also: 26.1. – 9.2. – 23.2. – 9.3. -  23.3. – 20.4. – 4.5. – 18.5. – 1.6. – 15.6.)

Kosten: 100,- Euro pro Person, plus 2 – 3 Euro pro Abend, je nach Kursbelegung, für den schicken Raum in der Urbanstraße 34.

Wenn alles gut geht, wird es zum Kurs eine Internetbegleitung auf einer Moodleplattform geben. Ich muss mich da noch reinfuchsen, schauen, ob auch alles funktioniert. Aber es sieht recht gut aus, denke ich.

Die Anregung zu diesem Kurs kam übrigens von Katia Kelm, Bloggerin und Künstlerin, die auch dieses wunderbar lebhafte Logo dazu gezeichnet hat. Einfach mal draufklicken, los.

Anmeldung: Bitte bis 12. Januar am besten per Email -> engl@zwischenzeile.net

Ich bin Susanne Englmayer, auf meiner Businesspage finden sich weitere Informationen zu mir, dazu ein ganz nettes Bild eigentlich.

Schreiben, überschreiben

30. Oktober 2013

All die schönen Bücher und Theorien über das Schreiben. Auch in meinen Regalen stehen sie, hübsch aufgereiht, mit Notizen und Klebern versehen, immer wieder greife ich danach. Ja, ich liebe sie.

Aber sie haben ihre Grenzen, alle. Und in letzter Zeit frage ich mich, welchen Sinn es hat, in diesem Blog noch mehr Geschreibe über das Schreiben zu hinterlassen. Hübsch aufgereiht, gerne einmal betrachtet, aber letztendlich doch nicht hilfreich, wenn es darum geht, es zu tun: das Schreiben.

Ich denke, ich mache hier mal eine Weile Pause und denke darüber nach. (Obwohl da noch einiges im Hintergrund schlummert.)

Aller Anfang ist Lyrik

28. September 2013

Das gilt sicher nicht für jede, die es mit dem Schreiben hat.  Ich weiß das, aber bei mir war es so, und neulich habe ich mich daran erinnert. Endlich.

Wie ich im Wohnzimmer meiner Oma saß, in dem Sessel neben der Tür, den gelborangefarbenen Carrera Füller in der Hand und einen Schreibblock auf den Knien. Zwölf war ich und wollte ein Buch schreiben, einfach so. Ich weiß nicht warum, und ich habe diese Idee später oft genug verflucht. Vor allem, weil ich im Grunde bis heute nicht mehr von ihr lassen konnte. Sogar im selben Moment noch, bei meiner Oma mit dem Füller in der Hand, war ich schwer irritiert, als mir klar wurde, daß es so leicht nicht ist, auf die andere Seite des Buches zu treten. Es braucht unendlich viel Zeit, um ein Buch zu schreiben, das dann in zwei oder drei Nächten weggelesen werden kann. Und es braucht viel Zeit darum herum, viel Suchen und Warten und Denken. Bevor sich – vielleicht – etwas findet, das aufs Papier gehört. Und bevor sich daraus möglicherweise auch noch ein Zusammenhang erschließt.

Das konnte ich mit zwölf noch nicht, nicht einmal verstehen.

Die Lösung war, das mit dem Buch erst einmal zu vergessen und, statt der schmerzhaften Ausweitung der Zeit, es zunächst einmal mit der vergleichsweise einfacheren Ausweitung des Raumes zu versuchen. Der Ausweitung des Textraumes: Lyrik also, was sonst? Für mich zumindest. Hineingreifen ins Nichts und alles daraus holen. Das fiel mir vergleichsweise leicht.

So habe ich es also in den letzten Wochen auch endlich wieder gehalten, um zurück in die Prosa zu finden. In den Raum greifen, tapfer und ohne jede Rücksicht auf Gewinne oder Verluste. Und siehe da, er ist fruchtbar, immer noch. Auch wenn ich keine Ahnung habe, warum und wie das eigentlich möglich ist. Das ist und bleibt Magie.

[Und es ist furchtbar zugleich, nun ja. Das aber steht auf einem andern Blatt. Man weiß nie, was man findet in diesem Nichts. So ist das.]

Sätze bohren und Löcher bauen

30. August 2013

Eigentlich bin ich ja Handwerkerin, genauer gesagt Dekorateurin. Oder, wie es inzwischen ganz wunderbar heißt, Gestalterin für visuelles Marketing. Es ist nicht das erste Mal, daß ich das erwähne, aber ich tue das bestimmt nicht nur, weil ich mich ganz gern mal offensiv als Proletengesocks darstelle. (Das aber durchaus auch, das muß ich wohl zugeben.) Vor allem fällt es mir immer wieder auf, wie gut das Handwerk des Schreibens mit den vielen verschiedenen Handwerken der Dinge zusammengeht. Vielleicht ist das ja nur bei mir so, keine Ahnung. Aber selten fühle ich vollständiger und bin ich glücklicher im Leben als in Zeiten intensiven Schreibens. Außer, man drückt mir einen Hobel, eine Säge und einen Akkuschrauber in die Hand und läßt mich irgend etwas bauen.

Heute zum Beispiel habe ich sechs Löcher in die Badezimmerwand gebohrt, um zwei Regalbretter daran zu befestigen. Endlich, nach sicher sechs Wochen Verzögerung. (Ja, Prokrastination ist in jedem Gewerk ein Thema.) Sechs Löcher sind überhaupt kein Problem. Ich besitze einen Akkubohrer und eine uralte orange Schlagbohrmaschine mit dem schönen Namen »Bullcraft«, außerdem unzählige Bohreinsätze, »Böhrchen«, wie mein Opa zu sagen pflegte, diverse Dübel, Schrauben, Schraubendreher und Akkuschrauber. Alles da.

Aber Löcher in Altbauwände bohren, man weiß ja, wie sich das entwickeln kann. Es kommt vor, daß erst jede Menge Putz rieselt, vorzugsweise mindestens die Hälfte davon hinter die Tapete, dann der rote Ziegelstaub, der alles versaut, und am Ende ist das Loch faustgroß und taugt für gar nichts. Aber ich weiß natürlich, was ich tue. Es gibt richtiges und falsches Werkzeug, und es gibt das Material, was man richtig einschätzen muß. So sind die Regeln, ganz einfach.

Es kommt aber auch und vor allem auf das Zusammenspiel an. Nur einmal habe ich die Schlagbohrmaschine benutzt, der Rest ging ohne Probleme mit dem frisch geladenen Akkubohrer. In den meisten Fällen bin ich die Wand übrigens mit einem Metallbohreinsatz angegangen. Es handelt sich um eine dünne, nichttragende Zwischenwand aus einem häßlichen grauen Zeug, das als Staub scheußlich schmiert. Es darf also nicht naß werden, das geht nie wieder weg.  Blöde Sache, aber dafür ist das graue Zeug ziemlich weich. Das ist gut. Außerdem ist es natürlich immer eine gute Idee, zunächst das »Böhrchen« in einer Nummer zu klein zu benutzen, weiten kann man die Bohrstelle später immer noch. Umgekehrt dagegen sind Rettungsversuche ungleich schwerer. Zwar ist mir auch das Flickwerk unter Zuhilfenahme von Streichhölzern oder Zahnstochern geläufig, aber besser ist es allemal ohne das.

Die Regeln allerdings sind anders, soweit ich weiß.

Mit dem Schreiben ist es ähnlich. Es ist wie Löcher bohren, wie Bauen im Grunde. Es gibt viel graues Zeug und unendliche Möglichkeiten, die Dinge zusammenzubringen. Werkzeug und Material und das Zusammenspiel von beidem. Doch man muß sorgfältig wählen und abwägen, jedes Mal aufs Neue, damit die Löcher nicht versehentlich zu groß werden und es nicht an allen Ecken und Enden Putz rieselt oder anderer Dreck sich ausbreitet. Regeln sind schön und gut und wichtig. Natürlich sind sie das. Vor allem dann, wenn sie mit größtem Respekt ignoriert werden.

Wiederholungen beispielsweise sind aktuell beinah ähnlich verpönt, wie die Verwendung von Adjektiven und Adverbien es schon viel zu lange ist. Nahezu alle Adjektiven und Adverbien scheinen des Teufels. Wer aber beim Schreiben vollständig darauf verzichtet, verzichtet eben auch auf Farbe. Soviel steht fest. Und was Wiederholungen angeht, wer die grundsätzlich vermeidet, bringt sich um die Erfahrung der Variante. So einfach ist das.

Warum also nicht mal mit dem Metallbohrer in die Wand. Klappt öfter als man denkt.

Ach ja, das Bauen. Häuser und Brücken und Bücher. Mek hat neulich auf seine ganz eigene Art erwähnt, wie er diese Dinge zelebriert. Wenn ich nicht so alt wäre, wie ich nun mal alt bin, dann würde ich vielleicht über eine Umschulung nachdenken, die mich zukünftig auf Baustellen beheimaten würde. Tja, zu spät. Möglichkeiten hätte es ja gegeben, damals, vor zwanzig, fünfundzwanzig Jahren. Bleibt also nur das Schreiben und das gelegentliche Löcherbohren zum Glücklichsein.

Schreiben. Und darüber reden.

30. Juli 2013

Mich in einen Text hineindenken und dann wieder hinaus. Das mochte ich als Kind schon, in der Schule habe ich nichts anderes wirklich gern getan. Gut, vielleicht habe ich nicht besonders viel geredet, damals. Viel lieber habe ich gedacht, später dann geschrieben. Das war leiser und leichter, sicherer auch. Das vor allem. Aber Textarbeit, egal ob laut oder leise, das war tatsächlich das einzige, was mir Schule sinnvoll erscheinen ließ. Der Rest war Beiwerk, Unterhaltung höchstens, manchmal auch Anstrengung. Notwendiges Übel. Aber nie mehr, niemals Leben und Atem und Glück.

Natürlich wurde in der Schule nicht über Selbstgeschriebenes gesprochen. (Damals zumindest noch nicht. Heute soll das ja anders sein, habe ich gehört.) Oder wenn Selbstgeschriebenes Thema war, dann nur in Bezug die halbwegs korrekte Anwendung der verschiedenen Aufsatzarten, Rechtschreibung und Zeichensetzung natürlich, ein wenig Stilistisches vielleicht. Mehr nicht. Zu viele Regeln, zu viel Geschwätz. Zu wenig Wissen.

Für mich ganz allein habe ich dennoch hinter den Worten immer eine existierende Welt gesucht, irgendeine. Und den Menschen natürlich, der das geschafft hatte. Geschafft und geschaffen. Immer war mir diese Suche präsent, mein persönliches Prinzip Hoffnung. Und oft genug habe ich auch etwas gefunden. Oder es geglaubt, für eine Weile. In mir selbst natürlich. Vermutlich. Vielleicht mehr als irgendwo sonst. Im Text etwa, der doch nur aus Worten besteht?

Etwas ist heute anders, besonders das mit dem Reden über Text. Ich schreibe und rede darüber, hier im Netz und auch sonst. Schreiben ist Arbeit, immerzu. Schreiben ist niemals fertig. Schreiben ist verstärktes Denken. Schreiben, bis aufhört, wie der Atem aufhört, irgendwann. Anders kann ich mir Leben vorstellen, anders will ich nicht leben. Gedankenlos und verloren. Schreiben ist die Welt. Text ist meine Existenz, auch wenn ich schweige. Meistens.

Deshalb, unter anderem, ist Klagenfurt ein solcher Gigant. Weil dort die Arbeit, das Abwägen und Ausloten, das Hin- und wieder Herdenken und das beständig mögliche Scheitern aller Beteiligten so hinreißen offensichtlich wird. Aber das nur am Rande.

Vorfreude

30. Juni 2013

In ein paar Tagen geht es nach Klagenfurt, zu den Tagen der deutschsprachigen Literatur. Das dritte Mal für mich, und immer ist es anders. Das ist mir bereits klar. Ich bin also aufgeregt, jetzt schon.

Mehr dann danach.

Im Fokus

30. Mai 2013

Oder darüber hinaus. Oder darin verschwunden. So sieht es aus, mitunter.

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